Wie man mit ganz einfachen Dingen gute Kunden vergraulen kann
Heute war mal wieder eines dieser Erlebnisse wo es innerhalb von Sekunden auf der Kippe steht ob ein Kunde zufrieden die Szenerie verlässt oder gefrustet abzieht. Auch wenn man es quasi als Gott gegeben ansehen kann, dass in Ingolstadt ein niedriges Servicelever herrscht, schrickt man doch hin und wieder auf, so auch heute. Seit gut einem Jahr machen wir auf unserem Rückweg von der Mensa halt im Cafe Paternoster, neudeutsch PN Lounge. Dort trinken wir so zuverlässig wie ein schweizer Uhrwerk einen Espresso Machiato. Wir haben uns zwar schon daran gewöhnt, dass die Bedienung jedes Mal aufs neue durch unsere Bestellung überrascht wird, man auch mal nicht bedient wird und der Laden ziemlich verraucht ist, aber wir sind eben doch sowas wie Stammkunden. Als solcher erwartet man doch irgendwie ein bißchen gehegt und gepflegt zu werden. Heute hat mein Mitbewohner einen Gutschein über einen Espresso aus dem ersten Semester aus dem Hut gezaubert und wollte ihn einlösen. Ok, dass liegt jetzt schon bald fünf Jahre zurück, aber Datum stand keins drauf und der Wert von zwei Euro war auch übersichtlich. Aber anstatt das Ding einfach einzulösen, wurde lang und breit erklärt warum das nicht mehr möglich sei. Mal überspitzt ausgedrückt hat der Gutschein in diesem Moment für das Lokal einen riesigen Wert bekommen. Im Schnitt sind wir zu dritt und gehen 2x pro Woche unseren Espresso trinken. Wir zahlen rund 6 Euro. Bei 52 Wochen sind das über 300 Euro potentieller Umsatz, die Tatsache, dass ich mindestens noch drei Jahre da sein werde vernachlässige ich mal. Hätte die Dame einfach gelächelt und den Gutschein akzeptiert, hätte sie also mindestens 300 Euro Umsatz für das Unternehmen gesichert. So hat sie statt offensichtlich 2 Euro für das Unternehmen zu realisieren 298 Euro verloren, denn wir gehen ab sofort zur Konkurrenz (wo der Espresso auch nur einen Euro kostet). Und Prompt sinkt das Rating der PN Lounge ins bodenlose.der_jens - 20. Dez, 14:36



